KI & Mittelstand
FlashProve: Anthropic will nachweisbar machen, welches Modell antwortet Wer KI über einen Zwischenhändler bezieht, etwa über eine Plattform, die Anfragen an verschiedene Modelle verteilt, muss bisher glauben, was auf der Rechnung steht. Ob hinter einer Antwort das bezahlte Spitzenmodell steckt oder ein billigeres, lässt sich von außen nicht prüfen. Anthropic hat am 2. November mit FlashProve einen Prototyp veröffentlicht, der das belegen soll. Das Verfahren arbeitet mit einem kryptografischen Beweis. Der Anbieter veröffentlicht einmalig einen digitalen Fingerabdruck der Modellgewichte, also der Parameter, die ein Modell im Training gelernt hat. Jede Antwort bekommt dann einen kompakten Nachweis mit, den jede:r ohne Zugriff auf die Gewichte prüfen kann. Das Betriebsgeheimnis des Modells bleibt geschützt, ein heimlicher Austausch fliegt auf. Code und Dokumentation liegen unter offener Lizenz auf GitHub. Einsetzen will Anthropic das System laut TechCrunch vorerst weder selbst noch bei anderen Anbietern. Für den Alltag taugt FlashProve noch nicht. Der Beweis deckt nur Gespräche bis 1.024 Token ab, das sind wenige hundert Wörter, und kostet rund 70- bis 95-mal so viel Rechenzeit wie die eigentliche Antwort. Ich halte die Meldung trotzdem für die wichtigste der Woche, weil sie eine Frage in den Einkauf trägt, die dort kaum jemand stellt. Wer KI-Dienste einkauft, sollte sich schriftlich geben lassen, welches Modell in welcher Version läuft und wann der Anbieter es wechseln darf.