KI & Mittelstand
55 Prozent bis 2030: Die Bundesregierung setzt dem Mittelstand ein KI-Ziel Mindestens 55 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen sollen bis 2030 KI einsetzen. Das steht im Ergebnisbericht der KI-Taskforce der Bundesregierung, den Kanzler Friedrich Merz und Digitalminister Karsten Wildberger am 2. November auf dem Digital-Gipfel vorgestellt haben. Für Großunternehmen liegt die Marke bei 80 Prozent. Mindestens ein Zehntel der Wirtschaftsleistung soll dann auf KI beruhen, und die Kapazität der KI-Rechenzentren soll sich gegenüber 2025 vervierfachen. Insgesamt bündelt der Bericht 18 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern. Für den Mittelstand ist vor allem Maßnahme 9 gedacht. Unter dem Namen „KI stärkt den Mittelstand“ sollen die Mittelstand-Digital Zentren, Brancheninitiativen und Förderprogramme zusammengeführt werden. Betriebe sollen dort nach ihrem Reifegrad sehen, welche Hilfe passt, von der ersten Potenzialanalyse bis zur Finanzierung. Geprüft wird außerdem, ob ein KI-Gutschein, den es zunächst für Kommunen geben soll, auf KMU ausgeweitet wird. Damit könnten Firmen heimische KI-Start-ups beauftragen. Auf EU-Ebene will die Regierung über den Digital-Omnibus, ein Paket zur Vereinfachung von Digitalgesetzen, Pflichten für kleinere Firmen abbauen. Zwei Lücken fallen beim Lesen auf. Der Bericht nennt keinen Ausgangswert. Wie viele KMU heute schon KI nutzen, steht nirgends, obwohl daran der Erfolg gemessen werden soll. Und es gibt kein Preisschild, der Finanzbedarf soll erst noch beziffert werden. Ich halte die 55 Prozent trotzdem für nützlich, weil Wildberger angekündigt hat, sich daran messen zu lassen. Wer in den nächsten Monaten einen KI-Einstieg plant, sollte die gebündelten Förderangebote abwarten oder zumindest im Blick behalten.