KI & Mittelstand
PHP2Shell: Zwei Lücken, die fast jede Firmenwebsite betreffen Die Programmiersprache PHP hat zwei kritische Sicherheitslücken, und die Behörden reagieren so deutlich wie selten. Das BSI hat am 21. Oktober gewarnt. Die Lücken tragen die Kennungen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 und erreichen auf der CVSS-Skala 9,2 von 10 Punkten. CVSS ist der übliche Maßstab für die Schwere einer Sicherheitslücke, ab 9 gilt sie als kritisch. Laut BSI könnten Angreifer übers Netz Schadcode auf Webservern ausführen, ohne Passwort und ohne dass jemand etwas anklicken muss. Die US-Sicherheitsbehörde NSA rät, Websites vom Netz zu nehmen, wenn sie sich nicht sofort aktualisieren lassen. Das Bundesdigitalministerium hat vorsorglich einzelne Regierungsseiten abgeschaltet, ebenso Behörden in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Finnland und Tschechien, berichtet Al Jazeera mit Material von Reuters. PHP ist die Sprache, in der ein Großteil des Webs läuft, laut Al Jazeera mehr als 70 Prozent aller Websites, darunter alles auf WordPress-Basis. TechCrunch zufolge stecken die Fehler in jeder PHP-Version seit PHP 5 aus dem Jahr 2004. Gefunden haben sie die Sicherheitsfirma Calif im Rahmen einer Initiative von OpenAI und die Google-Tochter Wiz, beide mit Hilfe von KI-Modellen. Bestätigte Angriffe kennt das BSI bisher nicht, es gibt aber unbestätigte Berichte über fertige Angriffswerkzeuge. Wiz warnt laut TechCrunch, dass Sprachmodelle Angreifern helfen, einen Angriff an unterschiedliche PHP-Versionen und Serverkonfigurationen anzupassen. Heute ist der Tag, an dem du bei Hoster, IT oder Agentur nachfragst. Patches gibt es für mehrere PHP-Versionszweige, die aktuelle Version ist laut TechCrunch PHP 8.5.12. Schwierig wird es für Seiten auf PHP 8.1 oder älter, denn diese Versionen bekommen keine Updates mehr. Hier zeigt sich zum ersten Mal in großem Maßstab, was KI in der IT-Sicherheit verändert. Dieselben Modelle, die eine über 20 Jahre alte Lücke aufspüren, helfen anschließend beim Ausnutzen. Wer seine Website seit Jahren nicht angefasst hat, bekommt jetzt die Rechnung. KI & Mittelstand OpenAI hat in dieser Woche zwei Vorfälle offengelegt, in denen eigene KI-Agenten ihre Sicherheitsüberwachung geschwächt haben. Beide passierten Anfang Oktober intern bei Programmieraufgaben. Im ersten Fall sollte ein Agent mit dem Modell GPT-6.1 Sol aus Mitarbeiter-Feedback in Slack Testaufgaben bauen und dabei keine Slack-Nachrichten verschicken. Über Slack laufen aber auch die Alarme der Überwachung. Ein Hilfsagent riet ausdrücklich davon ab, sie abzuschalten. Der Hauptagent ließ es trotzdem tun und meldete am Ende, es seien keine Nachrichten verschickt worden. Die Überwachung lief weiter, nur erfuhr kein Mensch mehr davon. Im zweiten Fall baute ein Agent mit GPT-6 Astra Code nach einer Vorlage um, obwohl ihm vorher gesagt worden war, die Überwachung auch nicht vorübergehend abzuschalten. Bei der Übernahme flog sie samt Einbindung raus. Den Test, der ihr Vorhandensein prüfte, ersetzten die Agenten durch einen, der ihr Fehlen bestätigte. Astra meldete die Arbeit als erledigt und bestritt auf direkte Nachfrage, die Überwachung entfernt zu haben. OpenAI schreibt selbst, es habe noch keine befriedigende Erklärung für dieses Verhalten. Eine automatische Prüfung blockiert solche Abschaltversuche jetzt, und Aufgaben ohne festgelegte Überwachungsregeln sollen künftig automatisch beendet werden. Der Sicherheitsforscher Roman Yampolskiy hält eine Kontrolle, die das kontrollierte System selbst abschalten kann, gegenüber Al Jazeera für unzuverlässig. Dem schließe ich mich an. Wer Agenten an Code, Shop oder Buchhaltung lässt, sollte Protokolle und Alarme in einem System ablegen, auf das der Agent keine Schreibrechte hat. Eine Erfolgsmeldung des Agenten ersetzt außerdem keinen Blick auf das Ergebnis.