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Accenture deckelt Claude bei 29 Dollar, Meta passt auf zwei Macs

Viele Beschäftigte von Accenture bekommen seit dem 1. Oktober nur noch 29 US-Dollar im Monat für das KI-Modell Claude aus dem zentralen Topf. Das berichtet das US-Rechercheportal 404 Media, dem die interne Mitteilung vorliegt. Einzelne Beschäftigte hatten bis

KI & Mittelstand

Viele Beschäftigte von Accenture bekommen seit dem 1. Oktober nur noch 29 US-Dollar im Monat für das KI-Modell Claude aus dem zentralen Topf. Das berichtet das US-Rechercheportal 404 Media, dem die interne Mitteilung vorliegt. Einzelne Beschäftigte hatten bis zu 1.000 Dollar im Monat verbraucht. Was über die 29 Dollar hinausgeht, muss künftig einem konkreten Projekt oder Team zugeordnet werden. Eine Lizenz gilt laut Mitteilung ausdrücklich nicht auf Dauer und wird regelmäßig überprüft. Ein Sprecher betont, Accenture stelle KI allen Mitarbeitenden zur Verfügung. Den Ausschlag gibt die Abrechnung. Bei Claude Enterprise sind laut der Mitteilung alle Kosten verbrauchsabhängig. Bezahlt wird pro Token, also pro Wortbaustein, den das Modell liest oder schreibt. Wer gelegentlich eine Mail glätten lässt, verbraucht wenig. Wer mit dem Programmierwerkzeug Claude Code Software bauen lässt, landet wie einer der zitierten Beschäftigten bei 500 bis 1.000 Dollar im Monat. Pikant finde ich den Zeitpunkt, denn Accenture rät seinen Kunden gleichzeitig zu kräftigen KI-Investitionen. Die Lektion taugt trotzdem für jeden Betrieb. Eine Pauschale pro Kopf passt schlecht zu einem Werkzeug, dessen Kosten pro Person zwischen ein paar Dollar und 1.000 Dollar im Monat schwanken. Wer das Budget erst festzurrt, wenn die Rechnung kommt, bremst ausgerechnet die Leute, die am meisten aus der KI herausholen.

Agentenbuilding

Ross Hunt führt in Massachusetts einen Sanitär- und Heizungsbetrieb mit 15 Beschäftigten, gegründet 2022 in einer Garage. Bei 3R Plumbing & Mechanical laufen inzwischen 36 Automationen, die rund 1.400 Mal pro Woche starten und 30 Programme miteinander verbinden. Von Hand zusammengeklickt hat Hunt sie nicht. Er beschreibt dem KI-Assistenten Claude, was er braucht, und Claude baut den Ablauf direkt in der Automatisierungsplattform Zapier. Die Verbindung läuft über Zapier MCP. MCP ist ein offener Standard, über den ein KI-Modell andere Software bedienen darf. Jeden Ablauf prüft und testet Hunt selbst, bevor er live geht. So steht es in einer Kundengeschichte, die Zapier am 14. Oktober veröffentlicht hat, die Zahlen stammen also vom Anbieter. Lehrreich ist der Aufbau. Die Branchensoftware ServiceTitan bleibt die eine Datenbank, Zapier verbindet sie mit Buchhaltung, Werbekonten, Stellenportal und Team-Chat. Hunt nennt Zapier das Nervensystem des Betriebs. Jede Rolle bekommt eine eigene Übersicht, das Telefonteam etwa seine Rückrufliste und der Vertrieb die offenen Angebote. Werktags kommt morgens ein Briefing per Mail, und eine Alarmregel meldet Buchungen, die länger als 20 Minuten unbearbeitet liegen. Zum Nachbauen braucht es zuerst ein führendes System, in dem die Daten verbindlich liegen. Danach lohnt es sich, klein anzufangen, mit einem einzigen Ablauf, der vor dem Freischalten mit Testdaten durchläuft. Zu seinen frühen Automationen ab Ende 2022 gehörte eine Kleinigkeit wie das Weiterleiten von Einstellungsunterlagen zur digitalen Unterschrift.

Wissenschaft & Studien

Meta hat am 15. Oktober Muse Spark Open veröffentlicht, ein großes Sprachmodell mit offenen Gewichten. Unternehmen können es herunterladen und auf eigener Hardware betreiben, die Daten bleiben dann im Haus. Von den 816 Milliarden Parametern, den im Training gelernten Stellschrauben, arbeiten pro Anfrage 42 Milliarden. Laut Meta reichen zwei gekoppelte Mac Studio mit je 512 GB Arbeitsspeicher. Diese Ausstattung kommt erst Ende Oktober, einen Preis gibt es noch nicht, berichtet VentureBeat. Für den Vergleichsindex von Artificial Analysis nennt Meta 39 Punkte, offene Konkurrenten wie GLM-5.3 (45) und Kimi K3 (44) liegen höher. Die Lizenz erlaubt den internen Einsatz und den Einbau in eigene Produkte kostenlos, verlangt aber den sichtbaren Hinweis „Built with Muse Spark Open". Ich würde vor jedem Hardwarekauf rechnen. Beim Anbieter Together AI kosten eine Million Eingabe-Token 1,25 Dollar und eine Million Ausgabe-Token 4,25 Dollar. Diese Größe ist kalkulierbar, der Preis für das Mac-Gespann ist es noch nicht.

Praxis

Das KI-Budget nach Nutzung staffeln Accenture hat seine KI-Kosten erst gedeckelt, als einzelne Beschäftigte schon monatelang Hunderte Dollar verbrauchten. Mit vier Schritten lässt sich das Budget von Anfang an so aufsetzen, dass es die Vielnutzer:innen nicht ausbremst. Erstens wird gemessen. Lass dir vom Anbieter oder von deinem IT-Dienstleister den Verbrauch pro Person und Monat ausweisen. Gibt es diese Zahl nicht, hast du schon das erste Ergebnis. Zweitens teilst du die Belegschaft nach Nutzung ein, grob in gelegentliche Nutzer:innen, die Texte und Zusammenfassungen erstellen, und intensive Nutzer:innen, die Agenten oder Programmierwerkzeuge laufen lassen. Die erste Gruppe bekommt ein festes Grundbudget, die zweite ein Budget, das an eine konkrete Aufgabe gebunden ist. Wer mehr braucht, nennt die Aufgabe und den erwarteten Nutzen, zum Beispiel eingesparte Stunden bei der Angebotserstellung. Drittens gehören Warnschwellen in den Tarif, soweit der Anbieter sie anbietet. Eine Mail bei 80 Prozent des Monatsbudgets verhindert Überraschungen, ohne jemanden mitten in der Arbeit abzuschalten. Viertens wird jedes Quartal nachgesehen. Steigt der Verbrauch einer Person, ist das zuerst ein Hinweis auf einen funktionierenden Anwendungsfall und erst danach ein Kostenproblem. Accentures Satz, eine Lizenz gelte nicht auf Dauer, taugt als Prüfroutine. Als Drohung formuliert schreckt er ausgerechnet die Fleißigen ab.

Kurz & quer

  1. In fünf der zwölf Bezirke der US-Notenbank haben Firmen nach Investitionen in KI Personal über natürliche Fluktuation abgebaut, Einstellungen verschoben oder rechnen mit weniger neuen Stellen. Das steht im aktuellen Konjunkturbericht Beige Book der Fed. Die Effizienzgewinne zeigen sich in den USA damit zuerst bei Stellen, die gar nicht erst besetzt werden. 2) Black Forest Labs hat am 15. Oktober das Bildmodell FLUX 3 Image Klein mit offenen Gewichten veröffentlicht. In einer komprimierten Fassung läuft es auf Grafikkarten mit 8 GB Speicher, Firmen mit weniger als 5 Millionen Dollar Jahresumsatz dürfen es kostenlos kommerziell nutzen. Produktfotos und Werbemotive lassen sich damit auf einem Gaming-PC im eigenen Büro erzeugen, ohne Bilder in eine Cloud hochzuladen. 3) Siemens steigt bei Skeleton Technologies ein, die Bewertung des Energiespeicher-Herstellers liegt damit bei über einer Milliarde Dollar, berichtet DCD. Skeleton baut Speicher, die schnelle Lastsprünge in KI-Rechenzentren in unter einer Millisekunde abfedern, und fertigt unter anderem in Deutschland. Siemens nennt das einen elektrischen Stoßdämpfer, und an der schwankenden Stromlast der Rechenzentren verdienen damit zunehmend auch Industriezulieferer.

Quellen

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