KI & Mittelstand
Der Landmaschinenhersteller Horsch, ein Familienunternehmen mit rund 3.500 Beschäftigten weltweit, hat seine Büro-IT umgebaut, um KI in den Arbeitsalltag zu bringen. Das berichtet das Fachmagazin CIO am 12. Oktober. Bisher band eine gemischte Landschaft aus Microsofts Cloud Azure und eigenen Exchange-Mailservern einen großen Teil der rund zehnköpfigen IT-Abteilung. Seit Mitte August läuft der Umstieg auf Google Workspace mit dem KI-Assistenten Gemini, begleitet vom Stuttgarter Dienstleister Zoi. Die Beschäftigten bekamen Gemini, bevor ihre Postfächer umgezogen waren, Ende August nutzten es schon über 640 Personen. 150 interne „Google Guides“ in den Abteilungen geben ihr Wissen an Kolleginnen und Kollegen weiter. Zwei Details halte ich für übertragbar. Alte VBA-Makros, also die kleinen Programme, die in vielen Excel-Dateien still Arbeit erledigen, lässt Horsch mit KI-Unterstützung analysieren und ablösen. Und Fachabteilungen bauen mit Google AppSheet eigene kleine Anwendungen, innerhalb fester Leitplanken. Beim Datenschutz setzt Horsch auf eine Variante von Schwarz Digits mit Verschlüsselung und optionaler Sicherung in der deutschen Stackit-Cloud. Laut Business Case soll sich das Projekt nach neun Monaten rechnen, über fünf Jahre ist von rund 590 Prozent Rendite die Rede. Getragen wird das vor allem von über 530.000 Euro, die jährlich durch abgeschaltete Altlizenzen und doppelte Strukturen wegfallen sollen. Das sind Planzahlen und keine Bilanz. Ich lese sie so, dass das meiste Geld im Aufräumen alter Systeme steckt und die KI vor allem den Anlass liefert, es endlich anzugehen.