KI & Mittelstand
Zwölf Prozent der deutschen Unternehmen setzen im Bewerbungsprozess KI ein. Das hat Bitkom Research in einer repräsentativen Telefonumfrage unter 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten ermittelt, veröffentlicht am 28. September. Am häufigsten schreibt die KI Stellenanzeigen. 9 Prozent nutzen das, weitere 59 Prozent können es sich vorstellen. Bewerbungen vorsortieren lassen 6 Prozent, 27 Prozent halten das für denkbar. Ein Bewerbungsgespräch führt die KI heute in 2 Prozent der Firmen, 17 Prozent können es sich für die Zukunft vorstellen. Mich interessiert an der Umfrage vor allem der Abstand zwischen Wollen und Tun. Beim gezielten Ausspielen von Anzeigen an bestimmte Zielgruppen liegt er bei 46 zu 3 Prozent. An der Technik dürfte das kaum liegen. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sagt, Unternehmen bräuchten „vor allem Rechtssicherheit bei der Umsetzung des AI Acts“. Der AI Act ist die KI-Verordnung der EU, und sie führt Software zur Auswahl von Bewerber:innen in ihrer Liste der Hochrisiko-Anwendungen. Dort steht ausdrücklich auch das gezielte Schalten von Stellenanzeigen. Wer im Recruiting mit KI anfangen will, beginnt am besten beim Anzeigentext. Dort entscheidet die Maschine über keinen Menschen, und das Ergebnis liest ohnehin jemand gegen, bevor es online geht. Je näher ein Werkzeug an die Auswahlentscheidung rückt, desto mehr Sorgfalt verlangt es. Wie die aussehen kann, steht unten in der Praxis.