KI & Mittelstand
OpenAI schickt KI-Agenten in den Dauerbetrieb OpenAI hat am Dienstag auf seiner Entwicklerkonferenz DevDay in San Francisco „dots“ vorgestellt: KI-Agenten, die nicht auf die nächste Frage warten, sondern rund um die Uhr an Zielen arbeiten, die man ihnen vorgibt. Das funktioniert, weil jeder dot auf einem eigenen Cloud-Computer läuft – einem virtuellen Rechner im Rechenzentrum von OpenAI. Er arbeitet also auch dann weiter, wenn dein Laptop längst zugeklappt ist. Angetrieben wird er vom Spitzenmodell GPT-6 Astra, über Plugins lassen sich mehr als 4.000 Apps anbinden, erreichbar ist er in ChatGPT, Slack und Microsoft Teams. Braucht der Agent eine Entscheidung, meldet er sich, bevor er weitermacht. Die Kontrolle läuft über Regeln: Für jede Art von Aktion legst du fest, ob der Agent sie selbst ausführen darf, vorher um Freigabe bitten muss oder sie gar nicht anfassen darf. Eine Aktivitätsansicht zeigt, woran er gerade im Hintergrund arbeitet; eigenständige Recherche läuft nur mit Lesezugriff, und heikle Dinge wie Passwortänderungen bleiben ausdrücklich beim Menschen. Für Deutschland wichtig: Privatnutzer:innen mit dem Pro-Abo im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien bleiben vorerst außen vor. Unternehmen mit dem Tarif Business Premium bekommen dots dagegen in allen unterstützten Regionen, der erste Agent ist ohne Aufpreis enthalten. In Enterprise-Umgebungen gibt es eine Testversion, die zunächst abgeschaltet ist, bis die IT sie freigibt. Der eigentliche Sprung ist dabei nicht die Intelligenz, sondern die Dauer. Ein Assistent, der antwortet, ist ein Werkzeug. Einer, der eigenständig weiterarbeitet, ist eher ein Mitarbeiter ohne Arbeitsvertrag – und sollte auch so geführt werden. Für dich als Unternehmer:in heißt das: Erst die Regeln festlegen, dann den Schalter umlegen – welche Aktionen frei sind, welche eine Freigabe brauchen und wer die Aktivitätsansicht regelmäßig anschaut.