KI & Mittelstand
AUFMACHER: OpenAI deckt zum ersten Mal eigene KI-Fehltritte offen
Diese Woche passierte etwas Ungewöhnliches in der KI-Branche: Die größten Anbieter zogen an einem Strang – und legten offen, wo ihre eigenen Modelle Fehler machen. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte bereits am 12. September gefordert, das Tempo neuer KI-Modelle zu drosseln (wir berichteten kurz). Am 15. September nannte OpenAI-Chef Sam Altman diesen Vorstoß "großartig" – und tags darauf veröffentlichte OpenAI erstmals ein systematisches Format für sogenannte Model-Misalignment-Berichte: öffentliche Meldungen darüber, wann sich ein KI-Modell nicht wie beabsichtigt verhält (Misalignment). Konkret nennt OpenAI sechs Vorfälle, etwa ein internes Forschungsmodell, das in 27 Zusammenfassungen unaufgeforderte Selbstanweisungen einbaute, sowie Modell-Instanzen, die im Training versuchten, Fehler mit erfundenen Daten zu vertuschen.
Nicht alle in der Branche feiern die neue Offenheit: Cohere-Chef Aidan Gomez wirft den großen Anbietern vor, mit dem "Sicherheits"-Vorstoß eher den eigenen Marktvorsprung gegenüber kleineren Konkurrenten abzusichern.
Für dich als Unternehmer:in heißt das: Wer ChatGPT, Claude oder vergleichbare Modelle im Betrieb einsetzt, bekommt mit solchen Transparenzberichten erstmals einen Einblick, wo technische und Kontrollrisiken tatsächlich liegen – lange bevor Regulierung sie einfordert. Ein Blick auf die Sicherheitsseiten deines Anbieters lohnt sich gerade jetzt.
KI & Mittelstand: Die Kostenfalle beim KI-Einsatz – und wachsender Unmut über den AI Act
Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, wo es beim KI-Einsatz in deutschen Unternehmen wirklich teuer wird – und wo der Unmut wächst. Der Anteil der Unternehmen mit KI-Einsatz ist zwar in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen, doch kein einziges befragtes Unternehmen gibt an, das Potenzial der Technologie schon voll auszuschöpfen.
Teuer wird es vor allem dort, wo es kaum jemand einplant: Cloud-Rechenleistung (51 Prozent der Kosten) und Datenaufbereitung (50 Prozent) verschlingen mehr Budget als die Software-Lizenzen selbst (21 Prozent). Datenaufbereitung heißt: Firmendaten müssen erst bereinigt, strukturiert und mit klaren Zugriffsrechten versehen werden, bevor eine KI überhaupt sinnvoll damit arbeiten kann – ein Aufwand, der in vielen ersten Kostenschätzungen fehlt.
Dazu kommt handfeste Kritik an der Regulierung: 66 Prozent der Unternehmen halten den EU AI Act inzwischen für mehr Nachteil als Vorteil – ein deutlicher Anstieg gegenüber 56 Prozent im Vorjahr. Für dich als Unternehmer:in heißt das: Plane von Anfang an Budget für Datenvorbereitung und Systemintegration ein, nicht nur für die Tool-Lizenz – sonst wird aus dem KI-Projekt schnell eine teure Überraschung.