KI & Mittelstand
Der TÜV will Vertrauen in KI zertifizierbar machen
Ab Ende 2026 soll es so etwas wie ein Gütesiegel für KI-Systeme geben: Die TÜV-Organisationen haben am 7. September ein dreistufiges Zertifizierungsprogramm vorgestellt, das aktuell im Pilotbetrieb mit Partnerunternehmen läuft. Hintergrund ist ein Vertrauensproblem, das die Verbreitung von KI bremst: Laut TÜV-Verband haben 79 Prozent der Bundesbürger:innen Angst vor nicht einschätzbaren KI-Risiken, nur 53 Prozent der Nutzer:innen vertrauen der Genauigkeit von KI-Systemen.
Die drei Stufen unterscheiden sich im Prüfaufwand: Stufe 1 prüft KI-Systeme, die laut EU-KI-Verordnung nicht als „hochriskant" gelten, auf grundlegende Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen. Stufe 2 steht allen KI-Systemen offen und umfasst eine strukturierte Risikobewertung plus Dokumentenprüfung und Besuch beim Hersteller vor Ort. Stufe 3 ergänzt das um eine unabhängige technische Prüfung einzelner Systemeigenschaften – ein echter Blick unter die Haube, nicht nur aufs Papier. Laut TÜV AI.Lab soll das Zertifikat mit der EU-KI-Verordnung kompatibel sein und zusätzliche Nachweise für Dokumentationspflichten liefern.
Für Unternehmer:innen heißt das: Wer KI-gestützte Produkte oder Dienstleistungen anbietet, bekommt ab Jahresende eine zusätzliche Option neben Eigenerklärung und behördlicher Prüfung – ein unabhängiges Siegel, das sich Kund:innen und Geschäftspartnern gegenüber zeigen lässt. Ob sich die freiwillige Zertifizierung am Markt durchsetzt, entscheidet sich erst mit dem tatsächlichen Start Ende 2026.