KI & Mittelstand
OpenAI lässt dich jetzt einfach mit deinen Firmendaten reden
OpenAI hat am 10. September einen neuen „Datenagenten" für ChatGPT Work vorgestellt, die Business-Version von ChatGPT. Die Idee: Du stellst deine Frage in normaler Sprache – etwa „Wie hat sich der Umsatz in Region Süd seit Juli entwickelt?" – und der Agent holt sich die Antwort direkt aus deinen angebundenen Datenquellen, von Excel-Dateien über Buchhaltungssysteme bis zu Analyse-Plattformen wie Power BI oder Tableau. Er kann daraus auch gleich ein interaktives Dashboard bauen oder das Ergebnis per Slack oder E-Mail verschicken.
Bisher brauchte es dafür meist jemanden, der Datenbank-Abfragen schreiben oder eine Analyse-Software bedienen kann. Der Datenagent soll diese Hürde für alle im Team senken, die einfach nur eine Antwort wollen – ganz ohne Statistik-Kenntnisse. Verfügbar ist er als Zusatzfunktion in den Workspace-Einstellungen von ChatGPT Work; eine Administratorin oder ein Administrator muss ihn erst freischalten und festlegen, welche Datenquellen er sehen darf. Preise nennt OpenAI bisher nicht.
Für dich als Unternehmen heißt das vor allem: Bevor du den Agenten scharfschaltest, lohnt sich ein bewusster Blick darauf, wer im Team auf welche Daten zugreifen darf – der Agent kann schließlich nur offenlegen, was er sehen darf, aber genau diese Freigabe solltest du aktiv treffen, nicht per Standardeinstellung durchwinken.
KI & Mittelstand: Vier Zukunftsbilder – und was du damit anfängst
Wie geht die KI-Geschichte weiter, und was bedeutet das für dein Unternehmen? Der US-Journalist Jim VandeHei hat dazu am 8. September bei Axios eine nützliche Landkarte gezeichnet: vier Szenarien für die nächsten anderthalb Jahre. Erstens der Techno-Optimismus: Die Fähigkeiten wachsen weiter so rasant wie zuletzt, Unternehmen müssen sich fundamental neu organisieren. Zweitens die Katastrophe: Ein großer Cyberangriff oder ein anderes schweres Ereignis bremst die Entwicklung abrupt aus. Drittens die politische Gegenbewegung: In den USA formiert sich unter anderem um Senator Bernie Sanders eine Bewegung, die eine Entwicklungspause fordert – inklusive Gesetzesvorschlägen mit harten Strafen für den Bau sogenannter „Superintelligenz". Ein Vorgeschmack auf regulatorischen Gegenwind, der auch andere Weltregionen erreichen kann. Viertens das chaotische Mittelfeld: KI verbreitet sich weiter Schritt für Schritt, aber langsamer und holpriger als angekündigt, weil die Anbindung an bestehende Systeme und Sicherheitsvorgaben eben Zeit braucht.
Genau dieses vierte, unspektakuläre Szenario hält VandeHei für das wahrscheinlichste. Für dich als Unternehmer:in heißt das: Es lohnt sich, weder auf die große Revolution noch auf ein abruptes Ende zu wetten, sondern in kleinen, überprüfbaren Schritten weiterzugehen – und offen mit Team und Kundschaft zu kommunizieren, wo und wie KI im eigenen Betrieb bereits eingesetzt wird. Schweigen dazu wirkt heute misstrauischer, als Unsicherheiten offen zu benennen.